Hatschi? =__=

Scheint so, als hätte ich mir die erste finnische Erkältung zugezogen.

Oh, Freude….

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Das Wort zum Wochenende

Unser erstes Wochenende in Jyväskylä!!

Das wichtigste auf unserem Tagesplan war zuerst einmal: ausschlafen!

Anne war allerdings trotzdem erstaunlich früh wach… ich persönlich habe mich erst gegen zwölf aus dem Bett gerollt (hey, wenn ich schlafe, dann schlafe ich auch… ich bin zwar irgendwann aufgewacht als Anne sich die Haare gefönt hat, allerdings hatte ich keine Probleme damit, mich wieder umzudrehen und weiterzuschlafen).

Nun ja, der Tag an sich war dann weitestgehend unspektakulär. Wir haben zuerst gebruncht und sind dann später einkaufen gegangen.

Der Haken an unserem Wohnheim ist, dass es auf einem Berg steht – ich weiss nicht, welcher Sadist ein Studentenwohnheim auf einen Berg baut, aber er schien uns zu hassen. Denn es ist nicht nur ein ordentlicher Fussmarsch zur Uni, sondern auch das Einkaufszentrum ist ein ganzes Stück weit weg.

Nun ja.

Hier gleich um die Ecke ist zwar auch ein kleiner Einkaufsladen (Siwa), der das Nötigste, was man so braucht, hat, aber er ist ziemlich teuer also eigentlich nur dann wirklich eine Option, wenn man etwas sehr dringend braucht oder das Gefühl hat, zu viel Geld zu besitzen (nein, Papa, das habe ich nicht, wir kaufen da auch kaum ein).

Das Einkaufszentrum selber steht am Fusse des Berges, auf dem wir wohnen. Runter geht es also mit dem Fahrrad locker in gut zehn Minuten, würde ich sagen. Ich bin bisher nur ein einziges Mal mit dem Fahrrad runter gefahren und da auch recht langsam, da ich noch keinen Helm besitze. Ich denke, ich sollte mir auf jeden Fall einen kaufen, sicher ist sicher.

Da Annes Fahrrad noch nicht fertig repariert war, nahmen wir meines zwar mit, allerdings nur als Packesel. Ich hatte mir in einem klugen Moment nicht nur ein Schloss, sondern auch einen Korb gekauft – sehr gute Idee!

Im Prisma (ach, ich liebe den Laden <3) haben wir uns dann mit fast allen Sachen eingedeckt, die uns noch fehlten. Also zum einen Essen (wichtig) und zum anderen Putzutensilien. Zusätzlich habe ich noch für 10€ ein Kissen samt –bezug erstanden – das Kissen ist weich und toll und der Bezug ziemlich rot, hat dafür aber Schmetterlinge drauf!

Ach, und ich habe ein Geschenk für Lotti gekauft! Solltest du das lesen, Lotti: Nachdem du mir heute deine Adresse geschickt hast, werde ich schauen, dass ich es morgen oder übermorgen zur Post bringe und abschicke. Es ist sicherlich nicht bis zu deinem Geburtstag da, aber es kommt nach!

Ach, und es ist etwas… sinnlos. Aber gut.

Anne hat sich ebenfalls noch ein Kissen gekauft: rosa und mit Viechern drauf, die sich Muumis nennen. Beziehungsweise glaube ich, dass sie in Deutschland „Mumins“ hiessen… wirklich sicher bin ich mir aber nicht. Ich weiss, dass ich sie als Kind (als sehr sehr kleines Kind) gesehen habe und sie kenne… aber hier in Finnland sind die der Hit!

Hier gibt es ALLES mit Muumis: Kissen, Decken, Teller, Besteck, Zahnpasta, Shampoo, Kekse, Kaugummi…

Zusätzlich haben wir uns je ein Kätzchen-Poster für unsere Zimmer gekauft. Annes Kätzchen ist klein und fluffig und hat jede Menge rosa Zeug um sich.

Meines ist unglaublich niedlich und guckt unter einer Zeitung durch. Ahhhw, ich will es knuddeln!!!

Es steht auch was Finnisches drunter, das ich leider aber nicht verstehe: „Katto pään päällä“

Ja, was auch immer… theoretisch könnte da auch „Tötet das Mistvieh“ oder „Wer das liest, ist doof“ stehen, ich verstehe es leider nicht!

Das Poster, das wir für die Küche wollten, war leider ausverkauft, aber da habe ich mich heute künstlerisch ausgelebt…

Abends waren wir dann noch in Jyväskylä downtown einen trinken. Aus der ersten Bar haben sie uns rausgeschmissen, weil die Altersgrenze 22 war und die Kellnerin nur eine jüngere Person akzeptiert hätte… insgesamt waren wir aber zu acht und davon waren mindestens vier jünger als 22.

Nun gut, wir sind dann aber einfach eine Bar weiter gezogen und haben den Abend dann da verbracht.

Nebenbei ist auch noch die andere Julia aus Konstanz am Freitag angekommen und wir haben sie dann am Samstag zusammen mit den anderen in der Stadt getroffen.

Insgesamt waren wir eine relativ deutsche Runde… um ehrlich zu sein waren alle ausser Jennifer und Leonie deutsch… Lustig war, dass wir uns dann allesamt Englisch unterhalten haben (auch wenn keiner ausser Anne wirklich GUT Englisch kann… der Rest hat allesamt ein eingeschränktes Vokabular, eine etwas deutsche Grammatik und einen schrecklichen Akzent. Ja, ich fühle mich schlecht).

Ich war etwas erstaunt, dass die Cocktails hier genauso teuer sind wie in Deutschland. Meiner hat 5,50€ gekostet – in Deutschland zahle ich bisweilen mehr oder zumindest genauso viel.

Ah, der Cocktail war im Übrigen sehr lecker. Den Namen habe ich schon wieder vergessen, aber er hat ein bisschen nach Brause geschmeckt.

Da es wieder einmal regnete, haben wir zurück zum Wohnheim den Bus genommen – und haben 5,80€ (ausgeschrieben: FÜNF EURO ACHTZIG!!!) gezahlt.

Das ist Wucher!

Ich glaube, ich hebe nun alle Belege über die Busfahrten auf und schicke sie bei Gelegenheit dem Bafög-Amt… vielleicht bekomme ich ja was zurückerstattet? Wohl eher nicht, aber man darf ja noch träumen…

Im Wohnheim angekommen habe ich dann noch etwas gegessen. Irgendwie hat das Brot hier keine wirkliche Masse. Ich kann eine Scheibe essen und fühle mich noch genauso hungrig wie zuvor. Dummerweise haben wir uns noch Rice Crispies zum Frühstück gekauft und die haben ungefähr den gleichen Effekt…

Um viertel nach zwölf habe ich dann noch Anki angerufen, da die ja 18 wurde… und habe erfolgreich die verschiedenen Zeitzonen vergessen… somit war es in Deutschland erst viertel nach elf und mein Anruf war ziemlich sinnlos.

Naja, aber bei mir war sie schon 18! Jawohl ja!

Vor dem Schlafengehen habe ich mir noch den ersten One Piece Movie angeguckt – Mein Gott, fand ich den grottig! *lol*

Vielleicht gebe ich mir heute Abend aber noch den zweiten…

Der Sonntag fing dann noch später an als der Samstag. Nachdem ich gegen elf wach war und „nur noch zehn Minuten“ liegen bleiben wollte, bin ich um kurz vor eins dann wirklich einmal aufgestanden…. Haha… aber es sei mir gegönnt.

Wir waren danach auch fleissig und haben nach dem Frühstück zuerst ein bisschen geputzt.

Das feucht durchwischen haben wir dann aber auf nächste Woche verschoben, da unser Mopp nach genauerer Inspektion doch ziemlich lebendig aussah. Also wurde nur einmal gründlich durchgekehrt.

Während Anne den Kampf gegen den Schmutz von unserem praktischen Geschirrtrockengitter aufnahm, habe ich meine Fenster geputzt, da dort irgendwelcher Schmodder drauf war.

Ich weiss nicht, was es genau war und warum es da war und was zur Hölle mein Vormieter gemacht hat, damit es so aussah… aber wahrscheinlich will ich es auch gar nicht wissen.

Die Hauptsache ist, dass die Fenster nun sauber sind und ich nun wirklich den Wald draussen sehen kann.

Danach stand lernen auf dem Tagesprogramm (oh, Froide), bevor Jenny gegen 17 Uhr hier ankam. Wir hatten sie zum Essen eingeladen und ich sollte das so ziemlich einzige Gericht, das ich kochen kann, zubereiten: Mexikanische Reispfanne.

Es lief auch soweit alles glatt – Zwiebeln und Paprika wurden liebevoll von Anne geschnitten, während ich den Sellerie zerkleinerte – doch gerade als ich anfing, die Zwiebeln anzuschwitzen, stellten wir fest, dass wir ein Problem hatten:

In die Reispfanne gehört Mais.

Wir hatten Mais gekauft.

Dieser Mais war in einer Dose.

Wir hatten keinen Dosenöffner.

Jenny ist dann schnell noch einmal zum Siwa gerannt, um einen zu holen. Anne hatte uns zwar schon gewarnt, dass die finnischen Dosenöffner angeblich komisch seien, aber… das, was Jenny dann brachte, war…

Ich weiss nicht…

Das war kein Dosenöffner, das war… eine Waffe?

Man sollte sich das Ding um den Finger binden und Veloceraptor spielen, aber keine Dose damit öffnen!

Netterweise hat ein toller Mensch auf Youtube eine Gebrauchsanweisung in Videoform hochgeladen und wir haben dann tatsächlich auch verstanden, wie genau dieses Ding angewendet wird.

Jo, es geht… irgendwie…

Mehr als eine Dose würde ich damit aber nicht öffnen wollen… wahrscheinlich bekommt man dann davon eine Sehnenscheidenentzündung… die Finnen sind schon seltsam…

Das Essen an sich hat aber richtig lecker geschmeckt!

Oh, ich bin so STOLZ auf mich!

YES!!!

Naja, im Moment sitzt Anne gerade vor ihrem PC und skypt mit ihrer Familie… ich hoffe wirklich, dass mein Internet morgen funktioniert!

Ich werde morgen nach der Kurs zu KOAS gehen und meine (hoffentlich richtige) MAC-Nummer da angeben… und mit etwas Glück bin ich dann ab morgen Abend vielleicht auch selbst online.. dann kann ich endliche meine Messages beantworten und muss nicht immer Annes PC blockieren.

Und ich kann auch endlich einmal mit meiner Familie sykpen!

Ich leide Übrigen an einem etwas nervigen Husten. Er ist Gott sei Dank (noch) nicht besonders schlimm… aber stören tut er mich trotzdem!

Glücklicherweise war ich so intelligent und habe meine Pullmoll mitgenommen… irgendwie war die Umstellung von dreissig auf dreizehn Grad vielleicht doch ein bisschen heftig.

So, bevor ich diesen Eintrag für heute beende, muss ich meinen kreativen Ausbruch von heute noch erwähnen:

Ich habe einige Zettelchen (rosa und mit Kätzchen drauf) mit finnischen Wörtern, die Dinge aus dem Haushalt beschreiben, beschriftet und in der Wohnung aufgehängt.

Vielleicht hilft es uns ja, wenn wir die Wörter möglichst oft sehen?

Ein Wort habe ich schon gelernt – „ovi“, das heisst Tür… ist auch nicht wirklich verwunderlich, da wir vier Türen hier haben.

In der Küche hängen ausserdem Zettelchen mit den Wörtern für „Gabel“, „Tasse“, „Butter“ etc.

Da es etwas kontraproduktiv wäre, die Zettelchen an die eigentlichen Gegenstände zu hängen, habe ich sie an die Schränke geklebt und eben hübsche Bildchen von den Dingen, die sie bedeuten, dazu gemalt.

Oh ja. Die abstrakte Kunst hat einen neuen Level erreicht.

Ach, im Übrigen habe ich Anne als Co-Autor hier eingetragen. Also wird sie eventuell auch zwischendurch hier mal posten (natürlich nur, wenn ich ihre Einträge auch freischalte ;) ).

Bis zum nächsten Eintrag!

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Erste Eindrücke aus Finnland

Hallo zusammen!

Nun gibt es endlich den ersten Eintrag über mein Leben in Finnland :) Viel Spaß beim Lesen!

Dienstag, 05.08.2008:

So, das war also der Tag, an dem es losgehen sollte.

Es ging verdammt früh los!

Morgens…okay, nachts um drei Uhr klingelte nämlich mein Wecker – und ich glaube, das war einer der wenigen Zeitpunkte in meinem Leben, als ich zu einer Uhrzeit vor acht Uhr morgens beim ersten Klingeln wirklich wach war. Und zwar so wach, dass ich innerhalb einer halben Stunde mich angezogen, gerichtet und Haare gewaschen hatte und am Frühstückstisch saß (normalerweise brauche ich für alles eine gute Stunde – das fünfmalige Ausstellen des Weckers und wieder Umdrehen, um „nur noch fünf Minuten“ zu schlafen mitgerechnet).

Nun gut, wir waren dann ziemlich gut in unserem Zeitplan und sind gegen zehn vor vier bei uns losgefahren.

Das geringste Problem, das wir hatten, war der Verkehr. Glücklicherweise, weil ich nicht weiß, ob meine Nerven einen Stau ausgehalten hätten.

Gegen sieben Uhr trafen wir dann zeitgleich mit Anne und ihrem Vater am Frankfurter Flughafen ein und haben uns zuerst einmal auf die Suche nach dem Terminal gemacht, an dem wir unser Gepäck aufgeben sollten. Da wir sowieso erst frühestens um halb acht einchecken konnten, hatten wir so keinen wirklichen Stress.

Interessant fand ich die Quick-Chekin-Automaten, an die wir schließlich geschickt wurden. Da wir ein E-Ticket mit Buchungsnummer hatten, konnten wir dort einfach die Nummer und unsere Namen eingeben und das Ding hat uns dann unsere Tickets ausgedruckt. Wir hatten ein bisschen mit den Zicken unseres Automaten zu kämpfen, da er der Meinung zu sein schien, dass wir auf jeden Fall noch eine dritte Person dabei hätten, aber nach einigen liebevollen Prügeleien auf den Touchscreen konnten wir ihn doch davon überzeugen, dass es sich WIRKLICH nur um Anne und mich handelte.

Wie auch immer, jedenfalls haben wir dann unsere Koffer zu den Check-in-Schaltern gebracht. Und ich war sehr dankbar, dass meiner Rollen hatte.

Das Ding war dermaßen schwer, dass ich es kaum heben konnte – 21 kg wog es, um genau zu sein. Das war zwar eigentlich ein Kilogramm zu viel, aber die Dame am Check-in-Schalter hat es mir nicht übel genommen und ich musste kein Übergepäck zahlen.

Nachdem ich mir fast einen Bruch gehoben hatte, als ich meinen Koffer auf die Waage hievte, bekam der sein fesches Bändchen (mit dem frommen Wunsch meinerseits, er möge doch da ankommen, wo auch ich ankomme) und wir waren fertig für den Flug.

Da unsere Boarding Time erst um 09:00 Uhr war, hielten wir uns noch bis halb neun mit unseren Vätern im Flughafengebäude auf (und erschnorrten uns ein Mineralwasser – eines der letzten Mineralwasser mit Kohlensäure, das wir trinken sollten, aber dazu später mehr), bevor wir uns dann verabschiedeten und durch die Sicherheitskontrollen gingen.

Und dieses Mal musste ich meine Schuhe wenigstens NICHT ausziehen. Mein Handgepäck hatte ich am Abend vorher ungefähr zwanzigmal gecheckt und alles, was auch nur ein bisschen scharf aussah, herausgenommen. Sogar meinen Spitzer, für den Fall, dass mir einer unterstellen sollte, ich wolle den Piloten mit der Klinge bedrohen…

Auf den ersten Flug nach Kopenhagen hatten Anne und ich Plätze nebeneinander. Ich persönlich fand es ganz angenehm, dass ich am Gang saß, so konnte ich meine Beine zumindest solange bis die Stewardess ankam, ein bisschen ausstrecken. Wirklich geschlafen habe ich allerdings nicht… die Sitze im Flugzeug sind definitiv nicht dafür gemacht und die der Economy Class erst recht nicht…(und nach hinten klappen sollte nur derjenige sie, der auf Krieg mit der Person hinter sich steht – jetzt, wo ich dran denke: Vielleicht hätte ich doch versuchen sollen, meinen Spitzer mit an Bord zu nehmen!).

Wir waren dann gegen halb zwölf in Kopenhagen, wenn ich mich recht erinnere. Ich habe mit spontan in die Schilder, auf denen „Ankomst“ (keine Garantie auf Richtigkeit der Schreibung) steht, verliebt. Das klingt doch gleich viel netter als „Arrival“. Ich sollte Dänisch lernen. Später mal.

Wir beide haben dort dann vollkommen ausgehungert jeweils ein sündhaft teueres Sandwich gegessen und ein ebenso teures Wasser dazu getrunken. Ich rätsele immer noch, was genau ich da gegessen habe – Tomate, Mozarella und…. Ja, was komisches, das eigentlich keinen Geschmack hatte. Olivenmatsch vielleicht? Zumindest hätte da der Farbton gepasst.

Nachdem unser Gate bekannt gegeben wurde, sind wir dann gleich nach dem Essen dorthin gegangen (und haben nebenher bei jedem Gepäckwagen, den wir sahen, ein Stoßgebet gen Himmel gesandt, dass ein kluger Mitarbeiter des Kopenhagener Flughafens unser Gepäck NICHT auf das Flugzeug nach Faröer bringt – LACHT NICHT! Ich fand den Gedanken nicht witzig und es GAB ein Flugzeug nach Faöer…).

Unser „Gate“ A2 bestand aus… der Ecke eines Raumes. Nicht mehr.

Da standen ein paar Sessel rum und da war eine Tür. Und zwei Anzeigetafeln, auf denen „Tampere“ stand und… das war’s. Zum Einchecken wurden wir dann wieder aus unserer Ecke hinausgeschickt, mussten uns anstellen und dann wieder in unsere Ecken reintingeln.

Das und die Tatsache, dass die Anzahl der Passagiere auf eine Handvoll begrenzt war, stimmten mich schon nicht allzu positiv, aber als der Flughafenbus uns dann an das andere Ende des Flughafens zu unserem WINZIGEN Flugzeug brachte, dachte ich für einen kurzen Moment wirklich, dass ich alleine und ohne Gepäck auf Faröer lande. Oder im Nordpolarmeer, was wahrscheinlich noch unangenehmer gewesen wäre.

Wie auch immer… das Flugzeugchen war eng, klein und laut, aber da mich mein Nebensitzer den gesamten Flug über offensichtlich nicht wahrnahm, Anne zwei Sitzreihen hinter mir saß und ich inzwischen wirklich sehr müde war, hab ich den Flug größtenteils einfach verschlafen.

Ein bisschen Action gab es dann noch bei der Landung, da es extrem windig war, aber schließlich und endlich landeten wir heil in Tampere und setzten unseren ersten Fuß auf finnischen Boden!

Es war sonnig, aber sehr windig und etwas kühl. In der etwas größeren Turnhalle, die das Flughafengebäude bildete, kam dann auch tatsächlich unser Gepäck an!

So gemein es klingt, ich war sehr froh, dass ich nicht diejenige war, die den schwarzen Peter gezogen hatte… so wie die eine Frau, deren Gepäck sich nun irgendwo auf der Welt zwischen Los Angeles und Tokio befindet.

Wir rotteten uns dann mit zwei Kerlen zusammen, die auch nach Jyväskylä wollten, und teilten uns zusammen das Taxi zum Stadtzentrum Tampere.

Anschließend kauften wir erfolgreich Fahrkarten nach Jyväskylä (ich gebe zu – wir haben Englisch gesprochen, aber wie sollte ich denn bitteschön schon Finnisch können?).

Interessant ist, dass es in Finnland überall Wartenummer gibt, die man ziehen muss. Wahlweise hat man auch noch mehrere Tasten zur Auswahl, je nachdem, mit welchem Anliegen man kommt.

Intelligent wie ich bin, habe ich zuerst einmal auf die Taste ohne Belegung gedrückt, woraufhin ein netter Zettel ausgedruckt wurde auf dem „EI sonstwas“ draufstand. Ich tippe auf „Diese Taste ist nicht belegt (du Depp!)“

Unser Zug nach Jyväskylä fuhr dann um kurz nach 17 Uhr ab und wir haben die ein einhalb Stunden Fahrt ganz gut rumbekommen. Die beiden Männer, die dabei waren, waren sehr nett. Sie machen beide die Summer School hier. Wirklich verstanden habe ich nicht, was das ist, aber es hat irgendetwas mit Naturwissenschaften zu tun, interessiert mich also auch nicht wirklich.

In Jyväskylä angekommen warteten schon unsere beiden Tutorinnen auf uns. Da zeitgleich mit mir noch ein anderes Tutorenkindlein ankam, das allerdings an einem ganz anderen Ort als ich untergebracht war, nahm mich Annes Tutorin mit zu unserem Wohnheim.

Ach, und Gott sei Dank war ihre Tutorin mit dem Auto da und wir mussten unser Gepäck nicht durch halb Jyväskylä schleppen – halleluja!

Jyväskylä selbst ist hübsch, muss ich sagen. Es ist nur irgendwie nicht das, was ich unter einer Stadt bisher verstand.

Es ist wirklich ziemlich groß – also im Sinne davon, dass es sehr viel Fläche einnimmt. Allerdings ist es alles andere als dicht bebaut. Überall in der Stadt sind eigentlich halbe Wälder. Auf dem Weg zur Uni habe ich auch eher das Gefühl, ich liefe durch den Wald als durch die Stadt. Wirklich nach Stadt sieht es eigentlich nur im Zentrum selbst aus.

Der Haken der Sache ist natürlich, dass man ziemliche Distanzen überwinden muss, um von A nach B zu kommen… aber nun gut, man kann nicht alles haben.

Unser Wohnheim selbst sieht irgendwie so aus wie man sich das typische Studentenwohnheim vorstellt – viel Beton, viel grau, sehr groß und der Beton bröckelt ab.

Ja.

In unserem Mietvertrag stand, das Ding wurde in den Siebzigern gebaut und ich habe das Gefühl, seitdem steht das dann auch schon da und wurde noch nicht verändert.

Ich suche nach wie vor nach den sowjetischen Gravuren in den Möbeln.

Die Wohnung selbst war sauberer als ich gedacht (gefürchtet) hatte – okay, es ist irgendwie alles ein bisschen ehw und alt und so, aber es geht.

Die Küche ist groß und rotzgelb und ich traue unserem Backofen nicht ganz. Der ist nämlich WIRKLICH ekelhaft dreckig und wir werden den zuerst putzen, bevor wir den benutzen. Oder wir benutzen den vielleicht auch gar nicht. Mal sehen…

Der Herd selbst ist auch noch original aus den Siebzigern, ist uns bisher Gott sei Dank aber noch nicht um die Ohren geflogen.

Der Kühlschrank ist nagelneu und wir haben sogar ein Gefrierfach! Für Eis ist es zwar definitiv schon zu kalt (wobei… kann es für Eis überhaupt zu kalt sein? Ich glaube nicht…), aber immerhin sind die vitamreichen Tiefkühlpizzen gesichert.

Ach, und die Finnen unterstützen den Studenten, der zu faul ist, sein Geschirr abzutrocken. Oberhalb der Spüle befindet sich nämlich ein Schrank, in dem keine Regalbretter, sondern Gitter sind – dort stellt man sein Geschirr nach dem Abtrocknen einfach hinein und lässt es selbst trocknen. Ich find’s toll!

Nun ja, ansonsten besitzen wir noch einen relativ unspektakulären Flur, einen winzigen Balkon, auf dem das Moos wuchert und der Putz bröckelt und natürlich unsere Zimmer und das Bad.

Das Bad beschreibt man vielleicht besser als Nasszelle, denn eine Duschwanne gibt es nicht. Es ist einfach komplett mit PVC-Boden ausgelegt und dort tummeln sich dann Dusche, WC und Waschbecken gemütlich auf minimalen Raum. Es ist aber problemloser als es klingt – wir haben einen feschen Wischer, mit dem sich nach dem Duschen das Wasser ziemlich gut Richtung Abfluss schieben lässt.

Nur der Spülkasten unseres Klos führt ein Eigenleben, das ich nicht unterstütze – er braucht ewig, um sich zu füllen….

Unsere Zimmer sind… okay…. Doch, eigentlich sind sie nett. Sie sind ausreichend groß und allesamt möbliert mit einem sehr großen Kleiderschrank (der ebenfalls rotzgelb ist), einem Bücherregal (das ich als Kosmetik- und Medikamentenablage benutze, weil alle meine Bücher in Deutschland sind), einem Schreibtisch inklusive Stuhl (der keinen allzu stabilen Eindruck macht), einem Sessel oder so etwas in der Art (der etwas angerottet aussieht), einem Nachttisch und einem Bett. Letzteres ist unglaublich schmal und nicht besonders lang und hat keinen Lattenrost, sondern nur eine Sperrholzplatte. Außerdem gibt es komische Geräusche von sich, wenn man sich draufsetzt, aber bisher hat es mich ausgehalten… und auch wenn der Komfort durch die dünne Matratze eingeschränkt ist, lässt es sich drauf schlafen und das ist die Hauptsache.

Als erstes habe ich allerdings mein Zimmer so umgestellt, dass die Gardinen (ebenfalls rotzgelb) mir nicht ins Gesicht hingen, wenn ich im Bett lag.

In unserer Wohnung wartete im Übrigen auch noch unser Survival Kit auf uns – bestehend aus drei Tellern in verschiedenen Größen, einem Messer, einem Löffel, einer Gabel, einem Glas, einer Tasse, einem Holzspatel, einem Topf und etwas, von dem ich glaube, dass es eine Schöpfkelle sein könnte. Dazu kamen dann auch noch Bettwäsche und –decke sowie ein Kissen. Und die drei Dinge sind irgendwie wirklich… ekelig. Die Bettwäsche ist ziemlich durchgelegen, aber immerhin sauber. Die Decke ist furchtbar dünn!! Und das Kissen… das st kein Kissen, mein Nacken tut mir unglaublich weh… ich glaube, das Kissen wollte einmal ein Handtuch werden und ist dann leider im Recall ausgeschieden oder so… ich werde mir morgen ein günstiges kaufen…

Wirklich viel haben wir an dem Abend dann nicht mehr gemacht – wir waren kurz im „Siwa“, so heißt der Supermarkt hier bei uns um die Ecke, und haben die nötigsten Dinge für das Abendessen und das Frühstück, sowie Klopapier und Ähnliches gekauft und sind dann einfach stillschweigend ins Bett gefallen.

Mittwoch, 06.08.2008:

Unser erster wirklicher Tag in Finnland!

Und er fing vergleichsweise früh an, wenn man mit einberechnet, dass wir am Tag vorher ja eigentlich nur unterwegs waren und von neuen Eindrücken erschlagen wurden.

Nun ja. Nachdem wir die Dusche eingeweiht hatten und freudig feststellten, dass das Bad der einzige Raum ist, in dem der Heizkörper läuft (auf voller Pulle, aber das soll mir recht sein, so ist der Boden zumindest schön warm) und die Dusche nicht nur lauwarmes Wasser, sondern nach Bedarf auch die Temperaturen babywarm bis kochend heiß und flüssige Lava bietet, frühstückten wir und stellten dann weniger freudig fest, dass es draußen acht Grad hatte.

Ich fragte mich spontan, warum ich die ganzen T-Shirts eingepackt hab und wimmerte meinen Vater einmal mehr an, dass ich mehr Pullover und Jacken bräuchte und meine Bettdecke will.

Um zwanzig nach neun trafen wir uns dann mit ein paar Leuten, die den Weg zur Uni kannten, am Supermarkt um die Ecke und wanderten tapfer zur Uni.

Wer die Hoffnung hatte, ich würde in Finnland Fett ansetzen, den muss ich enttäuschen – zur Uni sind es ungefähr vierzig Minuten Fußweg. Mit dem Fahrrad geht es zwar schneller, aber der Weg wird dadurch auch nicht kürzer.

Natürlich haben wir auch die Option, mit dem Bus zu fahren, aber der kostet 2,90€ pro Strecke und das Monatsticket kostet an die 40€ – das ist irgendwie schweineteuer. So viel kostet das Studiticket bei uns für ein gesamtes Semester!

An der Uni angekommen, wurden wir zuerst einmal in drei Gruppen eingeteilt und folgten unseren Lehrerinnen brav zu unseren Klassenzimmern. Und ja, wir sind wirklich in Klassenzimmern. Meine Lehrerin heißt Nuppu (das bedeutet „Knospe“, wenn ich sie richtig verstanden habe) und ist sehr nett. In unserer Gruppe selbst sind vielleicht sechzehn Leute (ich habe sie nicht gezählt, um ehrlich zu sein) und davon sind allein bestimmt sechs deutsch. In den anderen Kursen sieht es nicht anders aus – Finnland scheint mir DAS Austauschland für Deutschland zu sein.

Aber okay…

Der erste Tag bestätigte meine Annahme, dass die finnische Sprache ziemlich schwer ist. Immerhin habe ich als Deutsche kaum Probleme, was die einzelnen Phoneme angeht. Wir besitzen ja auch Laute wie „ö“ oder „ü“ oder „ä“. Vor allem asiatische Leute kommen da ziemlich ins Schleudern, da sie zusätzlich auch noch mit Konsonantenclustern und einem rollenden „r“ konfrontiert werden – ich habe ziemliches Mitleid mit ihnen, da ich mich sicherlich nicht besser anhören würde, würde ich versuchen Japanisch oder Chinesisch oder meinetwegen auch Thailändisch zu sprechen.

Was mir ziemlich schwer fällt, ist das finnische „e“ vom „ä“ beziehungsweise bisweilen das „a“ vom „ä“ zu unterscheiden – irgendwie klingt das alles ziemlich ähnlich.

Zusätzlich ist die Betonung nicht immer ganz einfach. Im Finnischen wird prinzipiell immer die erste Silbe betont. Zusätzlich kennen die Finnen auch noch lange Vokale und lange Konsonanten (schon einmal versucht, ein „k“ lange auszusprechen? =D ) und ich habe so die Tendenz dazu, immer die langen Vokale oder die Silbe mit den langen Konsonanten zu betonen und komme dann ein bisschen ins Schleudern, wenn ich mitten im Wort merke, dass ich gerade einen Scheiss zusammenbetone…

Wie auch immer…

Mittags waren wir dann im Lozzi essen – eine der Mensas, die es auf dem Campus gibt.

Ich wählte einen Apfel-Karotten-Zwiebeln-sonstwas-Quiche mit Käse sowie einen Nachtisch, von dem ich glaube, dass es Zitronenmousse war. Es war jedenfalls lecker.

Zudem war ich eine der wenigen, die die Quiche mochte. Ich fand die wirklich richtig lecker und habe das riesige Stück, das der Mensamitarbeiter mir auf den Teller geknallt hatte, sogar beinahe komplett aufgegessen… oh, war das fein!

Gut, der Reis, den ich dazu hatte, hat schlichtweg nach nichts geschmeckt… dafür bekommt man zwei Getränke zu seinem Essen dazu (ein Saft, von dem ich nicht weiß, was es ist, Bier (glaub ich), verschiedene Sorten Milch oder Wasser) und man kann sich zusätzlich soviel Brot und Salat holen, wie man mag.

Ach, a propos Wasser: Die Finnen kennen so etwas wie Mineralwasser mit Kohlensäure nicht. Alles Wasser, das ich bisher hier getrunken habe, ist stilles Wasser… gut, dann kann ich auch da Wasser aus der Leitung trinken und muss mir keines kaufen… aber so ein bisschen Sprudel will ich eigentlich schon…

Nach dem Kurs traf ich mich dann mit meiner Tutorin und ihren restlichen Schützlingen, um einige organisatorische Sachen zu regeln. Unter anderem betreut meine Tutorin Johanna auch drei Mädels aus Afrika, die sich uns aber nicht anschlossen, sondern lieber ins Bett gingen, um etwas Schlaf nachzuholen.

Zu viert folgten wir dann unserer Tutorin ins Stadtzentrum und gingen zuerst zu KOAS, um den offiziellen Mietvertrag zu unterschreiben und das Internet für unser Zimmer anzumelden (intelligent wie ich bin, habe ich natürlich einmal die falsche Nummer angegeben, weswegen mein Internet nun nach wie vor nicht funktioniert – KOAS hatte Donnerstag und Freitag zu und ist erst wieder am Montag zu erreichen, und ich hoffe, dass mein Internet dann funktioniert, wenn ich ihnen die neue Nummer gebe!).

Anschließend gingen wir noch zur Bank, weil die eine von uns ein Konto eröffnen wollte. Da die Bankautomaten hier alle das Maestro-Zeichen haben, komme ich auch von hier an mein Geld. Das kostet zwar irgendwelche Gebühren, aber solange die nicht allzu hoch sind, soll mir das nun einmal egal sein.

Was ich festgestellt habe, war dass es auch in Finnland H&M gibt, soll heißen, ich kann mir sogar irgendwo Klamotten kaufen, ohne einen Kredit aufzunehmen.

Ach, und McDonalds gibt es hier auch – aber das hat mich nun nicht wirklich überrascht.

Anschließend haben Afra und ich uns Fahrräder gekauft. Ich musste 70€ zahlen, bin dafür nun stolze Besitzerin eines roten Mountainbikes! Es hat sogar Licht! Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob das funktioniert…

Habe dann in einem Fahrradgeschäft (das Fahrrad selbst habe ich von einem etwas seltsamen alten Kerl gekauft… ) weitere 18€ in einen Fahrradkorb und ein Schloss investiert und das Fahrrad dann gleich darauf mit einem Trip zum Einkaufszentrum eingeweiht.

Afra kam mit, was nett war, da sie nicht nur den Weg kannte, sondern auch noch sehr nett ist. Nur leider ist sie Sportstudentin… und es ist nicht gut, wenn ein fauler Linguist einem Sportstudenten auf dem Fahrrad folgen soll…

Beim Einkaufszentrum stelle ich fest, dass es hier einen Lidl gibt. Zum Teil sind die Beschriftungen auf den Artikeln auch noch vollkommen in Deutsch und selbst wenn dem nichts so ist, so erkenne ich das meiste doch wieder – großer Pluspunkt!

Zusammen mit der Tatsache, dass der Lidl sehr viel billiger ist als der kleine Supermarkt hier am Eck.

Danach waren wir noch in einem der beiden anderen Märkte – Prisma.

Oh mein Gott, da Ding ist RIESIG! Und es gibt da restlos ALLES… angefangen von Zeitschriften über Möbel über Tapete über frisches Obst über Tiefkühlware bis zu Putzmittel, Klamotten, Fahrräder und noch jede Menge anderem Zeug. Wallmarkt kann einpacken gegen das Ding, ehrlich! (Mal davon abgesehen, dass ich meines Wissens noch nie in einem Wallmarkt war… glaub ich… aber ich kenne Woolworth und das mag ich nicht. So.)

Ich habe dort dann unter anderem ein scharfes Messer gekauft, weil ich nicht versuchen wollte, Zwiebeln mit den Dingern aus dem Survival Kit zu schneiden. Zusätzlich habe ich mir ein Netzwerkkabel gekauft, das zwar theoretisch funktioniert, mir praktisch wie gesagt aber noch nichts bringt.

Irgendwann spät kam ich dann vollkommen fertig nach Hause gekrochen und habe dann noch etwas gekocht (Spagetti – ich wusste schon immer, dass ich es kulinarisch voll drauf habe!) und bin dann nur noch ins Bett gefallen.

Donnerstag, 07.08.2008:

Nach einer viel zu kurzen Nacht habe ich mich irgendwann um kurz vor sieben aus dem Bett gequält und bin gen Dusche gekrochen (das praktische ist… man könnte einfach auf dem Boden liegen bleiben und muss eben nur irgendwie den Duschhahn aufdrehen – der Boden ist warm und es gibt auch keine Wanne, die einen hindern könnte… oh, habe ich eigentlich schon erwähnt, dass der Duschvorhang irgendwie ekelig ist?).

Der Kurs selbst ging dieses Mal nur von neun Uhr bis zehn Uhr dreißig und danach hatten wir eine Vorlesung zu Musik. Allerdings war die freiwillig und da Anne gar nicht und ich nur ein bisschen gefrühstückt hatte (ich hatte nachts irgendwie spontan tierische Bauchschmerzen bekommen – aber gelobet sei mein Magenmittel) und wir beide richtig heftigen Hunger hatten, sind wir in die Stadt gelaufen und haben uns da in einem Kaffee ein Sandwich genehmigt. Ich habe mich ein weiteres Mal für Tomate und Mozarella entschieden – dieses Mal glücklicherweise ohne komisches schwarzes Zeug drauf. Zudem habe ich noch ein Gebäck in Herzform gegessen, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Es war aber so etwa wie ein Berliner und sehr lecker!

Um zwölf war ich dann mit meiner Tutorin im International Office, um mich auch endlich einmal offiziell bei der Uni registrieren zu lassen.

Der Campus an sich ist auch relativ weitläufig, da es aus mehreren Gebäuden besteht, dafür ist es umso hübscher.

Konstanz kommt da nicht einmal annähernd heran – das hat eher den Charme unserer Wohnung. Allerdings ohne die sowjetischen Gravuren… ah, wobei, wenn man den Asbest mal entfernen würde, käme vielleicht auch so etwas oder Ähnliches zum Vorschein…

Nachmittags waren wir dann zuerst bei einem Fahrradsicherheitstraining, von dem ich leider die erste Hälfte verschlafen habe (wörtlich gemeint) und danach waren wir einen finnischen Film schauen – mit englischen Untertiteln, sonst hätten wir rein gar nichts verstanden. „FC Venus“ – nicht wirklich tiefgründig, aber ziemlich lustig und sehr nett! Sollte den mal jemand in die Finger bekommen, es lohnt sich auf jeden Fall, den einmal anzuschauen. (Ach, und es geht um Fußball… also, wer bei dem Gedanken an Fußball und an Frauenfußball im Besnderen Hautausschlag bekommt, sollte den vielleicht doch nicht anschauen).

Anschließend sind Anne, Jenny und ich ein weiteres Mal zum Einkaufszentrum gegangen und haben den Prisma ausgesucht, um unter anderem Putzmittel zu kaufen (ja, für das Wochenende ist Reinemachen geplant! Vielleicht können wir ja unseren Backofen danach benutzen).

Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir immer, wenn uns langweilig wird, einfach in den Prisma gehen und uns dort alles anschauen. Riesig wie das Ding ist, findet man einige interessante Sachen. Und es gibt sogar noch einen Supermarkt, der eventuell noch größer ist- Der Citymarket gegenüber. Da waren wir noch nicht drinnen, aber er steht fest eingeplant auf dem Programm, wenn wir das nächste mal wieder in Entdeckerlaune sind.

Nebenbei haben wir festgestellt, dass die Finnen kein wirkliches Brot besitzen… ich habe inzwischen vier Sorten Brot probiert und hellauf begeistert war ich bisher von keiner.

Das eine sah aus wie etwas Vollkornbrotähnliches und schmeckte wie amerikanisches Sandwich mit Körnern. Nun ja, es hatte zumindest die Konsistenz von amerikanischem Sandwich – weicher Rand und weiches inneres. Nicht außen knusprig und innen fluffig, wie wir verwöhnten Deutschen es gewohnt sind. Um ehrlich zu sein kommt die Konsistenz auch ein bisschen an die Fertigkuchen von Doktor Oetker heran. Bei dem Pseudo-Vollkornbrot ging das ja noch, aber… ich will kein Baguette essen, das mich an Fertig-Marmorkuchen von Doktor Oetker erinnert!! Das ist nicht witzig!

Ich will knuspriges, fluffiges Baguette! Ja, ich war sehr traurig, als ich in das Baguette gebissen habe!

Ach, in der Uni hab ich ein Dinkelbrot oder so etwas in der Art gegessen, dass ein bisschen wie das abgepackte matschig-feuchte Dinkelbrot von zu Hause erinnerte… jo, das war in Ordnung.

Ein krasses Gegenteil bildet das dunkle Brot, das ich mir gestern in der Hoffnung gekauft habe, es könnte gut schmecken. Mit dem Ergebnis, dass ich es kaum beißen kann!

Das ist so unglaublich hart…. Nicht witzig! Ich kenne zwar die kulinarischen Vorlieben der Finnen nicht, aber ich glaube nicht, dass die ihr dunkles Brot in Milch tunken – egal, wie sehr sie Milch auch lieben! Vielleicht haben sie auch einfach bessre Zähne als ich – mir tut mein Kiefer weh und ich klopp den Rest von dem Brot in die Tonne, so viel steht fest.

Abends habe ich dann noch den Versuch gestartet, den Studentenwohnheimflair meines Zimmers ein bisschen entgegenzuwirken und habe das Poster von Deidara (und Gaara), das ich mir auf der Animagic gekauft hatte, aufgehängt, sowie meine „Wall of Fame“ kreiert. Dort hängen nun Fotos von Alex, Mama und mir, meiner Schwester und das Bild von Ricki, Manu und mir, dass mir Ricki ausgedruckt hat… zudem hängen dort Rickis, Kiri und Millis, sowie Lottis und Keiras Postkarten ^_^

Ich werde am Wochenende auf jeden Fall noch ein paar weitere Dekoartikel kaufen, damit es noch ein bisschen wohnlicher wird.

Mein Vater hat mir übrigens geschrieben, dass er mein Paket mit den Sachen, die ich noch brauche, abgeschickt hat. Also sollte ich nächste Woche noch ein paar Pullover, meine Wärmflaschen und meine Bettdecke bekommen. Das Paket wiegt zwanzig Kilogramm und ich habe noch keine wirkliche Idee, wie ich das von der Post hierher bringe, aber… darüber mache ich mir dann Gedanken, wenn es da ist, denke ich… hauptsache, es kommt an!

Freitag, 08.08.2008:

Anne sieht mit meinem Hut aus wie ein Zuhälter. Das hat keinen Bezug zum eigentlich Eintrag, aber sie hat ihn gerade aufgezogen und ist an mir vorbeigelaufen und da bot sich dieser Kommentar eben gerade an.

Ansonsten: Dritter Tag Sprachkurs und ich fühle mich immer noch nicht wirklich viel schlauer… ich kann mich nun zumindest mehr oder weniger gut vorstellen und ein bisschen zählen – den Rest muss ich mir über das Wochenende noch gut anschauen.

Zwischendurch waren wir einmal im Studio. Dort gibt es Kopfhörer, über die man seinen Dozenten hören kann und ein Mikrofon, mit dem man das, was man selbst spricht, aufzeichnen und anschließend wieder abspielen kann. Das ist zwar ziemlich grausam und ich fühle mich nun in dem Gedanken, dass eine Stimme nicht nur sehr jung, sondern auch sehr komisch klingt, bestätigt, aber immerhin hat es einen gewissen Lerneffekt, wenn man seine Aussprachefehler wirklich hört (oder andersherum hört, dass man zumindest ein paar Dinge richtig aussprechen kann).

Mittagessen gab es dann wieder im Lozzi. Dieses Mal einen Auflauf mit Kartoffeln und Karotten und irgendetwas Kremigen (Sahne?) – ebenfalls sehr lecker.

Und als Nachtisch gab es lecker Rote Grütze! Fein!!!

Leider hat es an dem Tag geregnet, was runterkam. Und so habe ich mir morgens eine Busfahrt zur Uni spendiert, weil ich bei dem Wetter nicht mit dem Fahrrad fahren wollte. Mittags sind wir dann noch einmal in die Stadt gegangen und ich habe mir einen schicken Schirm bei H&M geleistet – er ist schwarz/weiss und hat Schmetterlinge drauf und Rüschen am Rand – ich finde ihn toll!!

Anschließend schwammen wir zurück zu Bushaltestelle und sind dann klatschnass in unserer Wohnung angekommen. Hose, Schuhe und Socken trocknen noch und wir haben uns tapfer geweigert, noch einmal die Wohnung zu verlassen.

Nun ja, und nun sitzen wir zusammen in Annes Zimmer – sie an ihrem PC (der PC mit Internet) und ich an meinem PC (der PC mit den guten Lautsprechern, der nun von uns als Radio missbraucht wird).

Letzte Informationen zum Tag:

Wer meine Adresse haben möchte, soll sich bitte bei mir melden, ich freue mich über Post!

Am besten die eigene Adresse drunterschreiben, ich habe mein Adressbuch zu Hause liegen lassen und mein Gedächtnis langt leider nicht für mehr als für meine Adresse, die von meinen Grosseltern, Kahs Adresse und die von Familie Artes.

Außerdem habe ich auch ein finnisches Handy mit finnischer Nummer. Mein deutsches besitze ich zwar weiterhin, aber ich denke, es ist billiger, von einem deutschen Handy auf ein finnisches SMS zu versenden und Anrufe zu tätigen als von einem deutschen Handy auf ein deutsches Handy in Finnland…. Denke ich… vllt sollte ich die Tarife noch einmal checken ^^

Wer da die Nummer haben möchte – bitte auch bei mir melden (und wer mir SMS schickt, der sollte vielleicht seinen Namen drunterschreiben, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich alle Nummern richtig übernommen habe).

Meine Eltern hätten heute im Übrigen ihren 22. Hochzeitstag gehabt.

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Hallo zusammen!

So, also… das ist also mein Blog, der von meinem Leben in Finnland erzählen wird. ^^

Da ich neu bei wordpress bin, ist das Ganze noch ein bisschen ungewohnt, aber ich denke, ich werde da schon irgendwann irgendwie durchsteigen – ich glaube an mich :)

Nun, aber noch bin ich ja in Deutschland und habe die letzten Dinge zu erledigen: Morgen steigt Annes und meine Abschiedsparty. Wir rechnen mit ungefähr 15 bis 20 Leuten. Mal abwarten, wer letztendlich alles kommt. Aber ich freue mich schon drauf. Auch wenn ich eigentlich noch genug zu tun habe. Einmal davon abgesehen, dass ich noch zum Zahnarzt und zum Hautarzt muss und das mit meinem Geld, das ich in Finnland (nicht) bekomme, noch abklären muss, steht ja auch noch die Animagic vor der Tür. Und somit wartet auch noch so richtig viel Näharbeit auf mich… Ironischerweise bilde ich mir immer noch ein, dass ich das irgendwie packe – wahrschheinlicher ist, dass ich noch zwei Nachtschichten einlegen muss oder so ._. ÄCHZ!!

Aber gut, warten wir nun einmal die nächsten Tage ab :)

10 Tage nur noch bis Finnland.

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Hello world!

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