Das Wort zum Wochenende

Unser erstes Wochenende in Jyväskylä!!

Das wichtigste auf unserem Tagesplan war zuerst einmal: ausschlafen!

Anne war allerdings trotzdem erstaunlich früh wach… ich persönlich habe mich erst gegen zwölf aus dem Bett gerollt (hey, wenn ich schlafe, dann schlafe ich auch… ich bin zwar irgendwann aufgewacht als Anne sich die Haare gefönt hat, allerdings hatte ich keine Probleme damit, mich wieder umzudrehen und weiterzuschlafen).

Nun ja, der Tag an sich war dann weitestgehend unspektakulär. Wir haben zuerst gebruncht und sind dann später einkaufen gegangen.

Der Haken an unserem Wohnheim ist, dass es auf einem Berg steht – ich weiss nicht, welcher Sadist ein Studentenwohnheim auf einen Berg baut, aber er schien uns zu hassen. Denn es ist nicht nur ein ordentlicher Fussmarsch zur Uni, sondern auch das Einkaufszentrum ist ein ganzes Stück weit weg.

Nun ja.

Hier gleich um die Ecke ist zwar auch ein kleiner Einkaufsladen (Siwa), der das Nötigste, was man so braucht, hat, aber er ist ziemlich teuer also eigentlich nur dann wirklich eine Option, wenn man etwas sehr dringend braucht oder das Gefühl hat, zu viel Geld zu besitzen (nein, Papa, das habe ich nicht, wir kaufen da auch kaum ein).

Das Einkaufszentrum selber steht am Fusse des Berges, auf dem wir wohnen. Runter geht es also mit dem Fahrrad locker in gut zehn Minuten, würde ich sagen. Ich bin bisher nur ein einziges Mal mit dem Fahrrad runter gefahren und da auch recht langsam, da ich noch keinen Helm besitze. Ich denke, ich sollte mir auf jeden Fall einen kaufen, sicher ist sicher.

Da Annes Fahrrad noch nicht fertig repariert war, nahmen wir meines zwar mit, allerdings nur als Packesel. Ich hatte mir in einem klugen Moment nicht nur ein Schloss, sondern auch einen Korb gekauft – sehr gute Idee!

Im Prisma (ach, ich liebe den Laden <3) haben wir uns dann mit fast allen Sachen eingedeckt, die uns noch fehlten. Also zum einen Essen (wichtig) und zum anderen Putzutensilien. Zusätzlich habe ich noch für 10€ ein Kissen samt –bezug erstanden – das Kissen ist weich und toll und der Bezug ziemlich rot, hat dafür aber Schmetterlinge drauf!

Ach, und ich habe ein Geschenk für Lotti gekauft! Solltest du das lesen, Lotti: Nachdem du mir heute deine Adresse geschickt hast, werde ich schauen, dass ich es morgen oder übermorgen zur Post bringe und abschicke. Es ist sicherlich nicht bis zu deinem Geburtstag da, aber es kommt nach!

Ach, und es ist etwas… sinnlos. Aber gut.

Anne hat sich ebenfalls noch ein Kissen gekauft: rosa und mit Viechern drauf, die sich Muumis nennen. Beziehungsweise glaube ich, dass sie in Deutschland „Mumins“ hiessen… wirklich sicher bin ich mir aber nicht. Ich weiss, dass ich sie als Kind (als sehr sehr kleines Kind) gesehen habe und sie kenne… aber hier in Finnland sind die der Hit!

Hier gibt es ALLES mit Muumis: Kissen, Decken, Teller, Besteck, Zahnpasta, Shampoo, Kekse, Kaugummi…

Zusätzlich haben wir uns je ein Kätzchen-Poster für unsere Zimmer gekauft. Annes Kätzchen ist klein und fluffig und hat jede Menge rosa Zeug um sich.

Meines ist unglaublich niedlich und guckt unter einer Zeitung durch. Ahhhw, ich will es knuddeln!!!

Es steht auch was Finnisches drunter, das ich leider aber nicht verstehe: „Katto pään päällä“

Ja, was auch immer… theoretisch könnte da auch „Tötet das Mistvieh“ oder „Wer das liest, ist doof“ stehen, ich verstehe es leider nicht!

Das Poster, das wir für die Küche wollten, war leider ausverkauft, aber da habe ich mich heute künstlerisch ausgelebt…

Abends waren wir dann noch in Jyväskylä downtown einen trinken. Aus der ersten Bar haben sie uns rausgeschmissen, weil die Altersgrenze 22 war und die Kellnerin nur eine jüngere Person akzeptiert hätte… insgesamt waren wir aber zu acht und davon waren mindestens vier jünger als 22.

Nun gut, wir sind dann aber einfach eine Bar weiter gezogen und haben den Abend dann da verbracht.

Nebenbei ist auch noch die andere Julia aus Konstanz am Freitag angekommen und wir haben sie dann am Samstag zusammen mit den anderen in der Stadt getroffen.

Insgesamt waren wir eine relativ deutsche Runde… um ehrlich zu sein waren alle ausser Jennifer und Leonie deutsch… Lustig war, dass wir uns dann allesamt Englisch unterhalten haben (auch wenn keiner ausser Anne wirklich GUT Englisch kann… der Rest hat allesamt ein eingeschränktes Vokabular, eine etwas deutsche Grammatik und einen schrecklichen Akzent. Ja, ich fühle mich schlecht).

Ich war etwas erstaunt, dass die Cocktails hier genauso teuer sind wie in Deutschland. Meiner hat 5,50€ gekostet – in Deutschland zahle ich bisweilen mehr oder zumindest genauso viel.

Ah, der Cocktail war im Übrigen sehr lecker. Den Namen habe ich schon wieder vergessen, aber er hat ein bisschen nach Brause geschmeckt.

Da es wieder einmal regnete, haben wir zurück zum Wohnheim den Bus genommen – und haben 5,80€ (ausgeschrieben: FÜNF EURO ACHTZIG!!!) gezahlt.

Das ist Wucher!

Ich glaube, ich hebe nun alle Belege über die Busfahrten auf und schicke sie bei Gelegenheit dem Bafög-Amt… vielleicht bekomme ich ja was zurückerstattet? Wohl eher nicht, aber man darf ja noch träumen…

Im Wohnheim angekommen habe ich dann noch etwas gegessen. Irgendwie hat das Brot hier keine wirkliche Masse. Ich kann eine Scheibe essen und fühle mich noch genauso hungrig wie zuvor. Dummerweise haben wir uns noch Rice Crispies zum Frühstück gekauft und die haben ungefähr den gleichen Effekt…

Um viertel nach zwölf habe ich dann noch Anki angerufen, da die ja 18 wurde… und habe erfolgreich die verschiedenen Zeitzonen vergessen… somit war es in Deutschland erst viertel nach elf und mein Anruf war ziemlich sinnlos.

Naja, aber bei mir war sie schon 18! Jawohl ja!

Vor dem Schlafengehen habe ich mir noch den ersten One Piece Movie angeguckt – Mein Gott, fand ich den grottig! *lol*

Vielleicht gebe ich mir heute Abend aber noch den zweiten…

Der Sonntag fing dann noch später an als der Samstag. Nachdem ich gegen elf wach war und „nur noch zehn Minuten“ liegen bleiben wollte, bin ich um kurz vor eins dann wirklich einmal aufgestanden…. Haha… aber es sei mir gegönnt.

Wir waren danach auch fleissig und haben nach dem Frühstück zuerst ein bisschen geputzt.

Das feucht durchwischen haben wir dann aber auf nächste Woche verschoben, da unser Mopp nach genauerer Inspektion doch ziemlich lebendig aussah. Also wurde nur einmal gründlich durchgekehrt.

Während Anne den Kampf gegen den Schmutz von unserem praktischen Geschirrtrockengitter aufnahm, habe ich meine Fenster geputzt, da dort irgendwelcher Schmodder drauf war.

Ich weiss nicht, was es genau war und warum es da war und was zur Hölle mein Vormieter gemacht hat, damit es so aussah… aber wahrscheinlich will ich es auch gar nicht wissen.

Die Hauptsache ist, dass die Fenster nun sauber sind und ich nun wirklich den Wald draussen sehen kann.

Danach stand lernen auf dem Tagesprogramm (oh, Froide), bevor Jenny gegen 17 Uhr hier ankam. Wir hatten sie zum Essen eingeladen und ich sollte das so ziemlich einzige Gericht, das ich kochen kann, zubereiten: Mexikanische Reispfanne.

Es lief auch soweit alles glatt – Zwiebeln und Paprika wurden liebevoll von Anne geschnitten, während ich den Sellerie zerkleinerte – doch gerade als ich anfing, die Zwiebeln anzuschwitzen, stellten wir fest, dass wir ein Problem hatten:

In die Reispfanne gehört Mais.

Wir hatten Mais gekauft.

Dieser Mais war in einer Dose.

Wir hatten keinen Dosenöffner.

Jenny ist dann schnell noch einmal zum Siwa gerannt, um einen zu holen. Anne hatte uns zwar schon gewarnt, dass die finnischen Dosenöffner angeblich komisch seien, aber… das, was Jenny dann brachte, war…

Ich weiss nicht…

Das war kein Dosenöffner, das war… eine Waffe?

Man sollte sich das Ding um den Finger binden und Veloceraptor spielen, aber keine Dose damit öffnen!

Netterweise hat ein toller Mensch auf Youtube eine Gebrauchsanweisung in Videoform hochgeladen und wir haben dann tatsächlich auch verstanden, wie genau dieses Ding angewendet wird.

Jo, es geht… irgendwie…

Mehr als eine Dose würde ich damit aber nicht öffnen wollen… wahrscheinlich bekommt man dann davon eine Sehnenscheidenentzündung… die Finnen sind schon seltsam…

Das Essen an sich hat aber richtig lecker geschmeckt!

Oh, ich bin so STOLZ auf mich!

YES!!!

Naja, im Moment sitzt Anne gerade vor ihrem PC und skypt mit ihrer Familie… ich hoffe wirklich, dass mein Internet morgen funktioniert!

Ich werde morgen nach der Kurs zu KOAS gehen und meine (hoffentlich richtige) MAC-Nummer da angeben… und mit etwas Glück bin ich dann ab morgen Abend vielleicht auch selbst online.. dann kann ich endliche meine Messages beantworten und muss nicht immer Annes PC blockieren.

Und ich kann auch endlich einmal mit meiner Familie sykpen!

Ich leide Übrigen an einem etwas nervigen Husten. Er ist Gott sei Dank (noch) nicht besonders schlimm… aber stören tut er mich trotzdem!

Glücklicherweise war ich so intelligent und habe meine Pullmoll mitgenommen… irgendwie war die Umstellung von dreissig auf dreizehn Grad vielleicht doch ein bisschen heftig.

So, bevor ich diesen Eintrag für heute beende, muss ich meinen kreativen Ausbruch von heute noch erwähnen:

Ich habe einige Zettelchen (rosa und mit Kätzchen drauf) mit finnischen Wörtern, die Dinge aus dem Haushalt beschreiben, beschriftet und in der Wohnung aufgehängt.

Vielleicht hilft es uns ja, wenn wir die Wörter möglichst oft sehen?

Ein Wort habe ich schon gelernt – „ovi“, das heisst Tür… ist auch nicht wirklich verwunderlich, da wir vier Türen hier haben.

In der Küche hängen ausserdem Zettelchen mit den Wörtern für „Gabel“, „Tasse“, „Butter“ etc.

Da es etwas kontraproduktiv wäre, die Zettelchen an die eigentlichen Gegenstände zu hängen, habe ich sie an die Schränke geklebt und eben hübsche Bildchen von den Dingen, die sie bedeuten, dazu gemalt.

Oh ja. Die abstrakte Kunst hat einen neuen Level erreicht.

Ach, im Übrigen habe ich Anne als Co-Autor hier eingetragen. Also wird sie eventuell auch zwischendurch hier mal posten (natürlich nur, wenn ich ihre Einträge auch freischalte ;) ).

Bis zum nächsten Eintrag!

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Eine Antwort zu Das Wort zum Wochenende

  1. Thorsten schreibt:

    „Katto“ bedeutet „(Zimmer)Decke“ und „päällä“ „hinauf“. An dem Wort „pään“ scheiterten auch meine Recherchemethoden.

    Gruß aus Pfullendorf :-)

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